In unbeschreiblicher Hoffnung auf mein Elend... Einsamkeit... Verlorenheit...

Gott, wir knieen vor Dir in unserem Elend, denn Du könntest alles umfassen. Gott, wir knieen vor Dir in unserer Einsamkeit, denn Du könntest aus uns völlig eine Wüste machen.
Gott, wir knieen vor Dir in unserer Verlassenheit und Verlorenheit, denn Du könntest uns ganz allein lassen, ohne jede Hilfe, ohne jeden Trost, ohne jede Garantie, ohne ein einziges Recht.
Doch, Gott, gerade deshalb knieen wir in unsagbarer Hoffnung unseres Elends, in unsagbarer Hoffnung unserer Einsamkeit, in unsagbarer Hoffnung unserer Verlorenheit. Denn Du hast es vorhergesagt und Dein Wort ist Wahrheit: Du selbst möchtest verlassen sein in Elend, Du möchtest allein sein in Einsamkeit, Du möchtest allein sein in Verlorenheit! Du selbst möchtest uns umarmen in Elend, Einsamkeit, Verlorenheit. Du selbst möchtest aus uns Deinen Leib, Deinen Tempel, Deine Stadt, Dein Volk, Deine Welt inmitten von Elend, inmitten von Einsamkeit, inmitten von Verlorenheit schaffen! (…)
Gott, wir möchten der heilige Advent Deines Kommens werden, … in Deiner Liebe, die alles kann, die alles vermag, die alles schenkt.

(Erich Przywara SJ /1889–1972/, Gebete dieses Zeitalters, 20; zur Zeit des 2. Weltkriegs)