(Nach P. Keese Waaijmana, O.Carm.)
4. Element: Bewahrung der Kontemplation (Kapitel 20–21)
Es könnten uns Fragen kommen: Worüber bleibt noch zu sprechen, nachdem über die Kontemplation gesprochen wurde? Dass das Wort Gottes uns durchdringt, ist doch der Höhepunkt. Sollten nicht schon früher die Arbeit und das Schweigen thematisiert werden, nicht erst nach der Auslegung vom Ankleiden mit den Eigenschaften Gottes? Wie hängen Arbeit und Schweigen zusammen? Und warum widmet Albert ihnen so viel Aufmerksamkeit?... (In der Tradition des geweihten Lebens wurde wirklich keine andere Regel geschrieben, die so umfangreich über die Stille spricht.)
In der Regel spiegelt sich die Erfahrung wider, dass aufgrund unserer Unbeständigkeit und Oberflächlichkeit die Kontemplation immer etwas Zerbrechliches ist und kurzweilig bleibt. Die Liebe Gottes ist zwar unermüdlich, ewig und unerschöpflich. Aber wir sind flüchtig. Daher ergibt sich nach der Erwähnung der Kontemplation immer die Frage: Wie aber bewahrt man diesen Schatz ?
Verschiedene Autoren geben unterschiedliche Antworten. Kassián vertraut auf die Gottesfurcht, die sich nicht vor Strafe fürchtet (das ist die Furcht der Anfänger), sondern fürchtet, den Feuer der Gottesliebe in sich zu dämpfen. Das Buch von der Gründung der ersten Mönche mahnt zur vollkommenen Demut und zu einem großen Verlangen, begleitet von flehentlicher bittender Gebet (für das Fortbestehen der Kontemplation). Alberts Regel gibt ihre eigene Antwort: Arbeiten im eschatologischen Schweigen, d.h. ohne Hoffnung, die auf die irdische Zeit gerichtet ist, sondern auf etwas, das über den eigenen Horizont hinausgeht. Die Kapitel 20 und 21 über Arbeit und Schweigen gehören zusammen, Albert verbindet sie auch literarisch.
Arbeit (Kap. 20)
Stilistisch ist dieses Kapitel mit dem vorhergehenden verwandt: auch hier finden wir (im lateinischen Text) das Gerundivum (im vorhergehenden kam es sechs Mal vor), auch hier sind die Schlüsselwörter bezogen auf den Begriff der Handlung (machen, Arbeit). Und ebenso wie die göttliche Rüstung ist auch die Arbeit darauf ausgerichtet, dass der Teufel der Seele keinen Schaden zufügen kann. Doch inhaltlich sind die Unterschiede zwischen beiden Kapiteln viel größer:
- „Etwas Arbeit tun“ (wörtlich: etwas Arbeit) ist nicht auf derselben Ebene wie die Eigenschaften Gottes oder Tugenden. Arbeit ziehen wir uns nicht an, wie wir es z.B. mit der Reinheit tun müssen.
- Der Hinweis zur Arbeit verweist vielmehr auf das Verweilen in der Zelle, die Meditation der Schrift usw. All dies sind bestimmte Tätigkeiten. Arbeit würde also eher zu den „körperlichen Übungen“ gehören. Dem entsprechen auch die angefügten zeitlichen Angaben: ständig, Tag und Nacht.
- Im Vergleich zu dem Kapitel über die göttliche Rüstung ist dieses Kapitel ausschweifend und verwendet einen mahnenden Ton.
Etwas Arbeit
Die Wüstenväter sahen in der Arbeit ein Element, das das Gebetsleben begleitet, rhythmisiert und unterstützt. Welchen Standpunkt neue geistliche Bewegungen im 11. und 12. Jahrhundert zur Arbeit einnahmen, ist nicht ganz klar. Zum Beispiel zogen Einsiedler und die ersten Franziskaner die Arbeit eigener Hände vor und bettelten nur, wenn es unbedingt nötig war. Erst später wurde das Betteln für sie zur Arbeit.
Nikolaus Gallus, der noch am Berg Karmel lebte, verstand unter dem Begriff Arbeit geistliche Tätigkeit (Lesen, Meditieren, Beten) ebenso wie körperliche Arbeit (Abschreiben von Codizes, Arbeit auf dem Feld). Nach 1247 verlagerte sich der Schwerpunkt auf die apostolische Arbeit. Wie die anderen Mendikanten lebten die Karmeliten von da an vom Evangelium, was als Arbeit angesehen wurde. Die Frage ist, wie wir den Begriff Arbeit ursprünglich verstehen sollen – im Kontext der Regel. Heute neigen wir dazu, den Ausdruck „etwas Arbeit“ im Sinne von: etwas, nicht zu viel, nicht ständig arbeiten zu verstehen. Aber betrachten wir zum Beispiel den heiligen Paulus, der schreibt: „Wir haben uns bei euch Tag und Nacht mühevoll abgemüht“, so zeigt sich eine solche Deutung als unzutreffend. Und die Regel spricht davon, dass wir stets „beschäftigt“ sein sollen.
Eine andere Auslegung wäre: etwas tun, was auch immer – routiniert, gedankenlos. Aber die Regel sagt, dass die Arbeit uns „beschäftigt“ (occupatos) machen soll, d.h. sie soll uns beschäftigen. Und genau dies soll den Versucher vor der Tür halten!
Arbeiten bedeutet, sich mit etwas aufmerksam und konzentriert zu beschäftigen. Ganz gleich, ob es sich um die Bearbeitung des Bodens, das Herstellen von Werkzeugen, Bauarbeiten, das Abschreiben von Codizes, das Studium heiliger Texte oder das Apostolat handelt, es geht immer um eine Arbeit, die Konzentration erfordert. Es ist nicht dasselbe wie das „was auch immer ihr tut“ aus dem Schlusskapitel über die göttliche Rüstung. Darunter fallen auch viele andere Handlungen: den Prior wählen, gehorchen, Gäste empfangen, beten, sich zur Eucharistie versammeln usw. „Etwas Arbeit“ ist im Rahmen dessen eine spezifische Untermenge von Tätigkeiten, die Konzentration erfordern und mit denen sich jeder der Brüder beschäftigt (vgl. Kap. 10). Daher bin ich überzeugt, dass das Wort „etwas“ den Ausdruck „Arbeit“ nicht abschwächen soll, sondern im Gegenteil hervorheben will: wir sollen etwas tun, was tatsächlich Arbeit ist, was diese Bezeichnung verdient. (Die tschechische Übersetzung: „Macht etwas Arbeit,“ ist für diese Bedeutung sehr treffend.)
Unter dem Wort etwas kann auch verstanden werden: etwas aus dem gemeinsamen Werk, einen Teil der Arbeit der Gemeinschaft. In Kapitel 12 wurde über das Gemeinschaftseigentum gesprochen. Daher waren auch die erforderlichen Arbeiten Angelegenheiten aller. Es ist wichtig, dass jeder seinen Anteil an der Arbeit erhält. Arbeit verbindet sich nämlich mit der Ordnung der Schöpfung (Gen 3,17–19) und kann uns ebenfalls in diese Ordnung einfügen, uns von unserer Zerstreuung ins Zentrum – die Wahrheit über uns selbst – konzentrieren.
Immer beschäftigt sein
Welchen geistlichen Sinn hat es, dass wir etwas arbeiten? Die Regel bringt einen Grund durch zwei Äußerungen zum Ausdruck. Positiv: „damit der Teufel euch immer beschäftigt findet,“ und negativ: „damit er (der Teufel) aus eurer Untätigkeit keinen Zugang zu eurer Seele finden kann.“ Die kontrastive Parallelität ist hier perfekt: Arbeit × Untätigkeit; Seele × Teufel; immer × kein Zugang. Das Ziel ist also klar: den Teufel unbedingt vor der Tür der Seele zu halten.
Die geistliche Funktion der Arbeit ist, den Geist zu konzentrieren. Ähnlich wie das Verweilen in der Zelle. Beides hilft durch die Einsamkeit, zur Einheit in uns zu gelangen; im Schweigen zu sammeln; sich geistlich nicht umherzutreiben, nicht umherzuschweifen; sich dem vertraut zu nähren „inneren Menschen“ in uns. Die Zelle und die Arbeit erfüllen somit dieselbe Funktion, weisen den Weg ins Innere.
Das Beispiel des heiligen Paulus
Der geistliche Sinn der Arbeit geht jedoch über das Abwehren der Mächte des Bösen hinaus. Albert bringt in diesem recht umfangreichen Kapitel das Beispiel des heiligen Paulus – sowohl seine Lehre („als wir bei euch waren, haben wir euch ermahnt“) als auch seine Lebenspraxis („damit wir euch ein Beispiel geben, dem ihr nachahmen könnt“). Zuerst hebt er ganz allgemein die Berechtigung von Paulus' Autorität hervor. Wir könnten uns vielleicht fragen: In welcher Beziehung steht das Nachahmen des Beispiels Paulus im Hinblick auf das Nachahmen Christi? Paulus' Ermutigung, dass wir arbeiten, übernommen aus dem zweiten Brief an die Thessalonicher (2 Thess 3,8–12), ist Albert’s einleitenden Worte in ein – wir könnten sagen – Quell und Ziel des Lebens des Christen eingebettet. Die Quelle ist Christus, von Paulus wird erinnert: „durch seinen Mund sprach Christus“. Und das Ziel: Der Strom der Evangeliumsverkündigung aus dieser Quelle soll alle Nationen überschwemmen. Paulus ist das Werkzeug: „er wurde von Gott eingesetzt und den Nationen als Prediger und Lehrer des Glaubens und der Wahrheit gegeben“. Daher: „Wenn ihr euch an ihn haltet, könnt ihr nicht irren.“ Der mahnende Ton wird hauptsächlich durch die Verdopplung (Lehrer und Beispiel, eingesetzt und gegeben, Prediger und Lehrer, Glauben und Wahrheit) hervorgerufen.
Warum wird Paulus hier so stark als Vorbild gegeben? Wegen der Art, wie er Arbeit versteht. In der Schrift wird Arbeit unterschiedlich betrachtet (als Strafe – in Gen 3, oder als Vergeblichkeit – bei Kohelet, oder als Teil an Gottes schöpferischem Werk – in Ps 104, usw.). Paulus sieht Arbeit im Hinblick auf das Kommen des Messias. Bei Paulus ist alles, auch die Arbeit, auf das Ende (der Zeiten) ausgerichtet. Das bedeutet nicht, nicht zu arbeiten, sondern anders zu arbeiten. Und genau dies übernimmt Albert von Paulus in die Regel. Jegliche Arbeit soll eschatologisch ausgerichtet sein.
Zuerst geht es um das Beispiel Paulus'. Paulus' Worte: „Wir haben uns bei euch Tag und Nacht mühevoll abgemüht, damit wir niemandem von euch zur Last fielen,“ bedeuten nicht, dass Paulus sein Handwerk, mit dem er seinen Lebensunterhalt verdiente (um nicht von den Gaben der Thessalonicher zu leben), als einzige Tätigkeit ausübte. Er widmete sich schließlich zuerst der Verkündigung des Evangeliums und erst dann, in der verbleibenden Zeit, „Tag und Nacht“ so arbeitete. Ebenso geht es in der Regel um die verbleibende Zeit: nachdem alle notwendigen Dinge erledigt sind. Wie Paulus widmen sich auch die Karmeliten der Verkündigung des Evangeliums und der Arbeit. Auch sie müssen die Spannung zwischen den Tätigkeiten, die zu ihrem Beruf gehören (Verweilen in der Zelle, Lesen der Schrift, Beten), und der Arbeit, mit der sie ihren Lebensunterhalt sichern, aushalten.
Des Weiteren wird Paulus' Lehre erwähnt. Alberts nachdrücklicher Ton, den wir bemerkt haben, rührt sicherlich auch von Paulus' „wir haben euch ermahnt“. Worum ging es Paulus? Einige christliche Thessalonicher lehnten aufgrund der Tatsache, dass wir in den letzten Zeiten leben (wir erwarten das Wiederkommen des Herrn und das Ende dieses Zeitalters) die Schlussfolgerung ab, dass sie nicht arbeiten („... denn wir haben gehört, dass einige von euch nicht arbeiten...“). Damit sind sie jedoch dem, was Paulus ihnen hinterlassen hat, nicht treu und verletzen die Ordnung, die der Schöpfer für das Leben auf dieser Erde festgelegt hat: „Im Schweiß deines Angesichts wirst du dein Brot essen“ (Gen 3,19). Arbeit und Lebensunterhalt gehören zu dieser Ordnung. So wird auch Paulus' Lehre zusammengefasst in dem Satz: „Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen“ (2 Thess 3,10). Die richtige Erwartung des Endes der Zeiten bedeutet nicht, jegliche Arbeit aufzugeben, sondern anders zu arbeiten – mit Blick auf das Kommen des Herrn. Damit hat die Arbeit einen prophetischen Charakter. Léon Blum schrieb im Gefängnis im nationalsozialistischen Lager: „Wir arbeiten in der Gegenwart, aber nicht für die Gegenwart.“ Wahre Hingabe gibt sich selbst in (schwieriger!) Zuversicht auf die Zeiten, die über unsere Zeiten hinausgehen. Meine Arbeit ist Teil eines größeren Ganzen, das ich gegenwärtig nicht mit meinem Blick überschauen kann. Ich arbeite: damit gehe ich aus mir heraus und beanspruche nicht, dass das Ergebnis der Arbeit sofort und vollständig hier ist. Wahres Schaffen übersteigt den Rahmen seiner eigenen Zeit. Es bedeutet Arbeit für die Welt, die kommt, bedeutet, „um“ seine eigene Zeit, „um“ sich selbst irgendwohin weiterzugehen. Und in ihm liegt das Verlangen nach der Offenbarung Gottes (nach der Epiphanie) verborgen. Deshalb ermahnt uns die Regel so sehr, uns an den heiligen Paulus zu halten: damit unsere Arbeit diese eschatologische und prophetische Note hat.
Arbeit als Weg
Es geht also um mehr, als nur äußerlich ein Stück Arbeit zu verrichten. Bei der Arbeit geschieht etwas in uns, Arbeit ist Weg. Deshalb fügt Innocenz' Bearbeitung der Regel zu diesem Kapitel den abschließenden Satz hinzu: „Dies ist der heilige und gute Weg: Dem folgt!“
Damit bezieht sich die Regel auf die Tradition der prophetischen Bücher der Schrift, durch die wir Paulus' (und Alberts) eschatologisch-prophetisches Verständnis von Arbeit in einem noch tieferen Sinn wahrnehmen. Dabei geht es insbesondere um drei Stellen der Schrift:
- Jes 30 – In diesem Kapitel verklagt der Herr Israel, dass es auf seinen eigenen Wegen umhergeht: „Ihr setzt euch Pläne, aber nicht meine.“ Damit schließt sich Israel der wahren Weisheit und Erkenntnis, der echten Prophetie, aus und bringt sich selbst um. Das einzige, was helfen kann, ist, sich dem Herrn zuzuwenden. Aber dennoch handelt das Volk Gottes so, hat Gott Erbarmen und zeigt seinem Volk: „Das ist der Weg, geht darauf“ (Jes 30,21). Auch für uns ist es bei aller Arbeit wichtig, ob wir uns nicht in unsere eigenen Pläne einschließen und uns damit selbst schaden, sondern ob wir bereit sind, die Führung Gottes anzunehmen.
- Jes 35 – „Dort wird eine Straße und ein Weg sein, er wird den heiligen Weg genannt“ (Jes 35,8). Hier spricht der Prophet von der glücklichen und freudigen Rückkehr aus der Gefangenschaft. Die Gefangenen müssen sich nicht fürchten, sie werden mühelos die Wüste durchqueren. Diese wird blühen und sich freuen, es wird einen befestigten und geschmückten Weg geben, den sie als Zugang zur Heiligkeit kannten. Dortmit beginnt der Weg und führt sicher zum Ziel. Noch deutlicher als im vorherigen Zitat wird hier klar: das alles ist Gottes Werk. „Gott selbst wird kommen und euch retten“ (35,4). Er hat den Weg gebaut, die Aufgabe der Israeliten besteht nur darin, ihm zu folgen.
So ist auch unser Wirken nur ein Teil des Werkes, das von dem Heiligen ausgeht und das er selbst tut. - Die dritte Quelle aus der Schrift lässt sich nicht durch ein einzelnes Zitat bestimmen. In den weisheitsliterarischen Texten des Alten Testaments wird mehrmals der gute Weg erwähnt. Der gute Weg führt zum Leben, während der schlechte Weg ins Verderben führt (Spr 2; Spr 16; u.a.). In der Regel entsteht somit eine interessante Spannung, da die weisheitlichen Bücher der Schrift Weisheit nur im Rahmen des irdischen Lebens begreifen. Die prophetisch-eschatologische Sehnsucht nach dem Ende, über den Horizont der erfahrbaren Gegenwart hinaus, ist ihnen fremd. Doch durch die Verbindung der Texte des Jesaja mit den weisheitlichen wird die paulinische Spiritualität erreicht, nur in umgekehrter Reihenfolge: in der Stille zu arbeiten und den Blick auf denjenigen zu bewahren, der kommt... Das ist der gute Weg – der Weg zum Leben.
Etwas Arbeit zu tun ist ein geistlicher Weg, der wesentlich von Gott ausgeht, und wir gehen ihm nach. Aus unserer Perspektive ist es ein Weg, der an Bedeutung verliert, denn uns wird der Blick auf das Ende verwehrt (das bezieht sich nicht nur auf körperliche Arbeit!). Es bleiben uns nur stille Hoffnung, Geduld, das Eintauchen in die Verborgenheit. Ohne den Sinn seiner Arbeit zu sehen, sehnt sich der Karmeliten nach dem Kommenden. Etwas Arbeit zu tun bedeutet, in die Nacht einzutreten „ohne ein anderes Licht und ohne einen anderen Führer als das, das im Herzen brennt.“1 Bis dahin bleibt unser ganzes Wissen – etwas Arbeit tun – fragmentarisch, aber dann werden wir erkannt werden, wie wir sind. Etwas Arbeit zu tun bedeutet: den Weg zu gehen, der in etwas anderes führt (als unsere Pläne). Dieser Weg ist heilig, weil er uns von dem gegeben wird, der der Andere ist. Dieser Weg ist gut, weil er ins Leben führt.
Etwas Arbeit zu tun entspricht der Struktur der gesamten karmelitischen Regel:
- „Etwas Arbeit“ gehört ebenso wie die Zelle, die Schrift, die Kapelle usw. – zur Grundausstattung (über die Kapitel 4–9 gesprochen wird). Es sind mehrere Perspektiven darin enthalten:
- gemeinschaftlich: weil in der zölibatären Gemeinschaft etwas Arbeit den Zugang zur Arbeit der Gemeinschaft ermöglicht;
- persönlich: inwieweit ist etwas Arbeit jedem Einzelnen zugewiesen;
- örtlich: inwieweit wirkt die Arbeit auf die materielle Anordnung des Ortes (in der Zelle oder im gemeinsamen Arbeitsraum).
- Arbeit verrichten ist die grundlegende Übung (so wie das Verweilen in der Zelle, das Lesen der Schrift usw., darüber in den Kapiteln 10–11). Das Arbeitsziel ist es, um die Seele herum eine feste Struktur zu schaffen, durch die die Seele fähig wird, das Wort zu empfangen.
- So wird die Seele beschäftigt. Der Teufel hat somit keinen Zugang zu ihr. (Das ist wie das Ankleiden mit den Eigenschaften Gottes, von dem in den Kapiteln 18–19 geschrieben wird.) Positiv gesagt: Arbeit ist eine Einladung, dass Gott in die Seele kommt und sich in ihr einen bleibenden Wohnsitz macht.
- Die Bewahrung der Kontemplation im Inneren auf Dauer: indem die Seele sich nach der Lehre und dem Beispiel des heiligen Paulus richtet, geht sie selbst aus sich heraus und richtet sich auf das Ende, auf das Ziel. Sie kann die Eigenschaften Gottes empfangen, sich mit dem Wort Gottes erfüllen lassen. Dauerhaft, im eschatologischen Maßstab. Das sich einfließende Wort Gottes wird durch etwas Arbeit tun zum Weg für den Menschen.
Nach den Notizen von Schwester Petra von der Auferstehung, OCD, bearbeitet von P. Gorazd, O.Carm.
Illustratives Foto Dominik Bouma.