Zunächst einmal machst du gut daran, dass du dich geduldig den kleinen, versteckten und gewöhnlichen Mühen widmest. Du kannst unserem Herrn kein besseres Zeichen von demütigem und bittendem Wohlwollen geben, als wenn du dich an dein „mögliches Wenig“ klammerst. Glaub mir, so gehst du Schritt für Schritt im allerwichtigsten Punkt voran, in der bedingungslosen Hingabe an den göttlichen Willen. Sogar die Erniedrigung, die für dich der Gedanke darstellt, dass du noch nicht in dem „Wesentlichen“ vorankommst, muss von deiner Seite Gegenstand sehr aufrichtiger und sehr vertraulicher Anbetung sein. Je kleiner du dich fühlst, desto besser wirst du anbeten, denn du wirst aus einer tieferen Tiefe des Herzens sprechen; und je besser du anbetest, desto mehr wird Gott in deine Unvollkommenheiten eintreten und dich, trotz deiner Unvollkommenheit, nutzen, um viel Gutes zu verbreiten.
(Pierre Teilhard de Chardin SJ /1881–1955/, Brief von der Front, an die Cousine, 7. November 1915)