Was mich aufhält, ist nicht Jesus, sondern ich selbst.

Was mich jetzt manchmal aufhält, ist nicht Jesus, sondern ich selbst. Ich schäme mich für mich, und statt mich in die Arme dieses Freundes zu werfen, wage ich es kaum, ihm zu Füßen zu liegen. Oft zieht mich die erste Regung in seine Arme, aber ich halte sofort inne, wenn ich auf mein Elend blicke, und wage es nicht. Ist das ein Fehler? – Sag mir, Schwester. Ich glaube, dass das Herz Gottes viel trauriger ist über tausende kleine Feigheiten, Ungeschicklichkeiten, die seinen Freunden wehtun, als über schwere Sünden, in die die Natur abrutscht. Du verstehst mich und machst mich großzügig, untadelig gegenüber Jesus.

(P. Maurice Bellière /1874–1907/, Brief an Thérèse von Lisieux, KT 191, 21. Juli 1897)