Christus identifizierte sich tatsächlich mit dem Schmerz aller Trauernden.

Ich möchte dir klar eine Sache sagen: Danke Gott, dass du weinen kannst! Christus selbst weinte um Lazarus – der griechische Originaltext klingt ziemlich stark: „er brach in Weinen aus“! Er identifizierte sich auf absolut reale Weise mit dem Schmerz aller Trauernden aller Zeiten auf der ganzen Welt. Der Glauben verlangt doch nicht, dass wir stoische Gleichgültigkeit bewahren. Der heilige Ambrosius schreibt über den Tod seines Bruders: „Unsere Tränen sind nichts Sündhaftes! Weinen stammt nicht aus Schwäche oder aus Mangel an Glauben. Natürlicher Kummer ist etwas anderes als ein Kummer voller Misstrauen. Tränen sind ein Zeichen der Hingabe. Ich gestehe, dass auch ich geweint habe.“ Deshalb solltest du dich niemals schämen, Tränen zu vergießen. Ich glaube, dass sie in Gottes Augen von unschätzbarem Wert sind.

(Mary David Totah, OSB /1957–2017/, Freude an Gott; Zitat von St. Ambrosius, Vom Tod des Satyr)