Am Sonntag bat Papst Franziskus auf dem Petersplatz um das Gebet für die Ukraine. „Ich bitte und fordere dringend, dass eine Eskalation der Spannungen vermieden wird und stattdessen Schritte unternommen werden, die in der Lage sind, das gegenseitige Vertrauen zu stärken und das so notwendige und ersehnten Versöhnung und Frieden zu erleichtern“ – appellierte der Papst am Sonntag.
Erzbischof Shevchuk, der höchste Vertreter der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche, dankte über den Vatikan-Rundfunk für diese Unterstützung. Er betonte, dass die Ukrainer heute nicht nur Angst vor einer Wiederbelebung der Kämpfe an der Grenze haben, sondern auch vor einer Invasion der russischen Armee in einer durch die Pandemie erschwerten Situation: „Die Ukrainer befürchten eine sehr starke Konzentration russischer Truppen entlang der ukrainischen Grenze. Öffentliche Quellen, unsere Zeitungen berichten bereits von mehr als hunderttausend russischen Soldaten und verweisen darauf, dass ihre Zahl weiter steigt. Es ist definitiv die größte Konzentration russischer Truppen seit 2014. Wir fürchten eine offene Invasion dieser Armee auf ukrainischem Gebiet. Das würde die Situation drastisch verändern. Neue Fronten würden sich eröffnen, es würde zur Besetzung neuen Gebiets kommen, tausende Menschen würden sterben.“
Laut Erzbischof Shevchuk ist die Bedrohung einer Invasion umso tragischer, da in zwei Wochen sowohl Orthodoxe als auch Griechisch-Katholiken in der Ukraine und in Russland Ostern feiern werden.
(Radio Vaticana, 20. 4. 2021)