Gerade Vertrauen und Sicherheit bewirken, dass das, was so fern schien, plötzlich zum Greifen nah ist. Gerade Vertrauen und Sicherheit befreien die Hände von Gottes Barmherzigkeit, während Mangel an Glauben ihn einschränkt. Unsere Schwäche zieht Gott an, weil sie ihm die Leere bietet, die er füllen kann. Man könnte sagen, dass eine Gott vorgestellte Schwäche mit Vertrauen zu einem Versprechen von Gottes Eingreifen wird. Wir müssen Gott nicht trotz unserer Schwäche, sondern gerade wegen ihr vertrauen – schließlich zieht unser Elend seine Barmherzigkeit an. Egal wie tief der Abgrund unseres Elends ist, er ist niemals ein Hindernis für Gottes Wirken.
(Mary David Totah, OSB /1957–2017/, Freude an Gott)