Die Freude an Gott kann auch eine Form des Widerstands gegen das Böse sein. Sie erweitert unser Herz und durchbricht unsere Abwehrfronten, wodurch wir verletzlicher werden. Wie der heilige Paulus lehrt, überwindet gerade diese Verletzlichkeit oder Schwäche die scheinbare Macht des Bösen. Und da wir aus Liebe leiden, wird die Freude zur Gewähr für die Güte von Gottes erlösendem Handeln, zur Gewähr dafür, dass das Gute absolut über jedem Übel steht. Freude kommt nicht nur dann, wenn wir gerade etwas Böses vermeiden können, sondern ist eine Antwort auf das Böse. Vertrauen in den Sieg Gottes ist Teil des Sieges, den Gott uns in Christus errungen hat, obwohl sich uns die Möglichkeit eröffnet, durch unser Leben „was noch an den Leiden Christi fehlt“ zu ergänzen.
(Mary David Totah, OSB /1957–2017/, Die Freude an Gott)