Aus den Gedanken von Johannes vom Kreuz

Was weiß derjenige, der nicht für Christus leiden kann?
Still ist derjenige, der dazu fähig ist, seinen Nächsten und sich selbst zu ertragen. Großes Unrecht ist es, mehr auf die Gaben Gottes als auf Gott selbst, das Gebet und die Entbehrung zu schauen.
Strebe immer an, in der Gegenwart Gottes zu verweilen und die Reinheit zu bewahren, die Gott dir lehrt. Lebe, als ob nur Gott und du in dieser Welt wäret, damit dein Herz nicht an irgendetwas Menschlichem gebunden sein kann. Lass dein Herz niemals umherschweifen, selbst wenn es nur für die Dauer eines Glaubensbekenntnisses ist.
Wer sich der inneren Gebetsweise entzieht, entzieht sich allem Guten.
Hege keinen Verdacht gegen deinen Bruder, sonst verlierst du die Reinheit deines Herzens.
Wo keine Liebe ist, säe Liebe und du wirst Liebe ernten.
Die Seele, die will, dass Gott sich ganz für sie hingibt, muss sich auch ganz hingeben und sich nichts für sich selbst behalten.
Die Seele, die in der Liebe verbunden ist, hat nicht einmal die ersten Regungen.
Die Liebe stärkt die anderen Tugenden, verleiht ihnen Frische und Kraft, um die Seele und ihren Reiz zu beschützen, damit sie dem Geliebten gefällt, denn ohne Liebe ist keine Tugend vor Gott anziehend.
Liebe Gott sehr, denn du schuldest es ihm.
Oh, welche Güter werden das sein, aus denen wir uns erfreuen werden, wenn wir auf die Allerheiligste Dreifaltigkeit schauen.
Durch nichts zeigt der Mensch, dass er unwürdig ist, jemandem etwas anzuordnen, wie wenn er von oben herab befiehlt.
Ehrgeiz ist eine fast unbehandelbare Laster, denn es ist das schädlichste aller Laster.