Gesegnete ukrainische Neu-Märtyrer, bittet für uns!

Im Moment der sowjetischen Invasion am 17. September 1939 bildeten die ukrainische griechisch-katholische Kirche die lvivische Erzeparchie sowie die Hilfserzeparchien Stanislawow (heute Ivano-Frankiwsk) und Przemyśl. Die sehr lebendige Kirche zählte etwa 2100 Pfarreien, über 2000 Priester, drei Seminare, eine theologischen Akademie und über 150 Klöster mit mehr als 1100 Ordensleuten. Die Haltung des sowjetischen Regimes gegenüber der griechisch-katholischen Kirche war sehr hart. Die katholische Kirche passte schlichtweg nicht zur allrussischen nationalen Vision – sie wurde nämlich von ethnischen Minderheiten gebildet und war mit Rom verbunden.

Viele Priester wurden inhaftiert, deportiert, einige getötet. Der lvivische Metropolit erklärte 1941: „Es ist mehr oder weniger sicher, dass wir alle unter den Bolschewiki zum Tode verurteilt sind – sie verbergen nicht den Wunsch, das Christentum zu unterdrücken und zu vernichten, es bis auf die Wurzeln auszurotten.“

In den Tagen vom 22. bis 29. Juni 1941 bombardierten die Deutschen Lwiw, und die Bolschewiki mussten fliehen. Die Gefangenen, die sie nicht rechtzeitig verurteilen und in kommunistische Lager verschleppen konnten, wurden massakriert. Zu dieser Zeit wurden in Lwiw mindestens mehrere Hundert Gefangene getötet (auf dem Gebiet der Ukraine sind es Zehntausende von Gefangenen). Einer von ihnen erinnert sich an die letzten Tage im lwiver Gefängnis:

„Die Woche vom 22. bis 29. Juni 1941, die Bombardierung der Stadt, war eine besonders schwere Zeit für die Gefangenen, die nicht wussten, was draußen geschah. Pater Zynovij, physisch sehr erschöpft, hatte panische Angst vor den Bomben. Während dieser Woche befanden sich in Zelle Nr. 17 noch 16 Gefangene zusammen mit P. Zynovij. Unter ihnen war auch ein polnischer Priester und ein Jude. Die Katholiken vertrauten sich am 27. Juni und am selben Tag kamen die Aufseher und führten dreizehn Gefangene samt ihrer Sachen ab. In der Zelle blieb der Jude und zwei junge Männer, von denen einer in der folgenden Nacht abgeführt wurde...“. Seitdem sahen die Mithäftlinge P. Zynovij nicht mehr. Laut weiteren Zeugenaussagen wurden er von den kommunistischen Aufsehern vor seinem Tod, der zwischen dem 27. und 29. Juni eintrat, grausam gefoltert und dann an die Wand der Gefängnisses gekreuzigt…

Im Jahr 1946 wurde die griechisch-katholische Kirche in der Ukraine gewaltsam unter das Moskauer Patriarchat gestellt. Diejenigen, die sich gegen diese Verbindung wandten, wurden strafrechtlich verfolgt, die Bischöfe und Priester in der Regel nach Sibirien deportiert. In den Jahren 1945–50 wurden 344 griechisch-katholische Geistliche verurteilt.

Im Jahr 2001, während seines pastoralen Besuchs in der Ukraine, selig sprach Papst Johannes Paul II. den Redemptoristen P. Zynovij in einer Gruppe von 25 ukrainischen Neu-Märtyrern – griechisch-katholischen Christen, die in der Ukraine unter verschiedenen Umständen zwischen 1935 und 1973 vom sowjetischen Regime ermordet wurden.

Seliggesprochene ukrainische Neu-Märtyrer, bittet für uns!

(bearbeitet nach dem Buch von A. Riccardi „Jahrhundert der Märtyrer“ und der Website der Redemptoristen)