Hütet euch vor jener Demut, die verwirrt.

Hütet euch, Töchter, vor jener Demut, die die Seele in tiefe Unruhe über die Größe eurer Sünden stürzt. (…) Manchmal kann das Gefühl der eigenen Schwäche eine echte Demut sein, während es zu anderen Zeiten eine ernste Versuchung ist. Ich habe es erfahren und kenne es gut. Die reinste Demut bringt niemals Verwirrung, sie beunruhigt nicht, sie zerstört nicht, sondern überflutet die Seele mit Frieden, Süßigkeit und Ruhe. Sie bringt nicht nur keine Unruhe und drückt die Seele nicht zusammen, sondern erweitert sie und gibt ihr eine größere Fähigkeit, Gott zu dienen, während die Demut, die vom Teufel kommt, Verwirrung stiftet, die Ordnung zerstört, alles durcheinander bringt und sehr quälend ist. Wenn ihr in diesem Zustand seid, bemüht euch auf jede erdenkliche Weise, nicht über eure eigene Schwäche nachzudenken, sondern denkt intensiv an Gottes Barmherzigkeit, an die Liebe, mit der uns der Herr überschüttet, und was er für uns erlitten hat.

(Theresia von Jesus, Weg zur Vollkommenheit XL,1–3)