Ich beneide meinen Bruder, der so lange vor dem Tabernakel verweilt. Die Stämme haben ihre Häuptlinge, die Opern ihre berühmten Tenöre... Ich beneide die einen und die anderen nicht. Meinen Bruder, der lange vor dem Tabernakel kniete, noch nachdem ich gegangen war und dort bleiben wird, diesen Ausdauernden – ich würde fast sagen Gefangenen – des Gebets beneide ich jedoch. Christus, der im Tabernakel weilt, genügt ihm. Ich beneide ihn. Und wenn zur gleichen Zeit zehn oder zwanzig meiner Mitbrüder hier wären, würde ich ihnen allen beneiden. Diese Eifersucht, die nicht etwa verletzt, sondern das Gleiche tun möchte.
(Pater Jérôme /1907–1985/, Mönch der Zisterzienserabtei in Sept-Fons,
Auszug aus dem Text Leben, leben)