Der Heilige Geist und die Hl. Maria Magdalena de' Pazzi

Ausgewählt und übersetzt von P. Methodius Minařík, O.Carm.

Maria Magdalena de' Pazzi umarmt das Kreuz. So hat sie Jan Kř. Liška unter den karmelitanischen Heiligen auf dem Bild im Hauptaltar der St. Wenzel Kirche in Prag (aus dem Jahr 1696) dargestellt.

Die Hindernisse für das Wirken des Heiligen Geistes sind: Doppeldeutigkeit der Absichten, Sturheit, „verfluchtes Lauwarmsein“, Mangel an Demut, Festhalten am Selbst.

Die geeignetsten Bedingungen hingegen sind: einfache Absicht, „tote Wille“, aktive Teilnahme an der „liebenden Liebe“ des Wortes, das Wissen um das eigene Nichts. Es ist notwendig, sich um drei charakteristische Merkmale dieses Geistes zu bemühen. Diese sind: Reinheit, Wahrheit, Heiligkeit.

Der Heilige Geist ist der „Geist der Liebe“, weshalb die Liebe zum Nächsten eine Voraussetzung und zugleich eine Frucht ist, wie die Heilige an Pfingsten im Jahr 1604 sagt: „Dieser göttliche Geist ist Liebe und sucht die Liebe, deshalb lässt er sich nicht in jenen Herzen nieder, die nicht lieben... Diese göttliche Liebe und der reine Geist können sich nicht und wollen sich nicht in jenen Seelen niederlassen, die eine scharfe Zunge haben, denn sie hassen sehr und haben ein Grauen vor nörgelnden Zungen, von denen sie sich entfernen und fliehen.“

„Aber wie süß und erfreulich ist der Weg, wo der Leib mit dem Geist geht und der Heilige Geist mit dem Leib, so dass die Seele bei jedem Schritt tausendmal Gott gebiert, wenn er geboren werden könnte, der nicht geboren werden kann... Bei jedem Schritt (so möchte ich sagen), den sie macht, gebiert sie Gott. Mit jeder Bewegung der Füße, die diese Seele macht, gebiert sie Gott. Auf diesem Weg spricht sie mit diesem Geist, der ganz Liebe ist, so dass sie mit jedem Wort, jedem Gedanken und jeder Sehnsucht Christus gebiert.“

„Der bewegende und immer unbewegliche Geist bringt (wie aus einer Quelle) aus dem Wesen des Vaters seinen Ruhm hervor... und aus dem fleischgewordenen Wort die Liebe, um sie den Geschöpfen zu geben und sie zu verherrlichen und ihnen zu ermöglichen, in der Liebe zu wandeln... Dieser Geist, wie ein fliegender und schwebender Adler, ergreift und nimmt die Seelen, die ihn empfangen haben, und führt sie vor das Wort. Einige von ihnen platziert er in seinem heiligsten Haupt, andere in seinen heiligen Lippen, und andere sind so rein und schön, dass er sie – was er mit Freude tut – in seinen leuchtenden Augen platzieren kann, ja sie selbst werden zu Augen, die sehen, was das Wort sieht... Und dies kann nur durch die Teilnahme an der Gnade, durch das Gefühl der Liebe und durch die Trunkenheit mit dem Blut geschehen...

Die Seele sieht Gott immer, wenn sie Gott in jeder Sache sieht.1 Sie sieht Geschöpfe (Menschen) immer, wenn sie mit dem Gefühl der Liebe nach ihrem Heil strebt. Und dieses Streben ist so groß, dass es sich nicht mit einer, zwei oder drei Städten zufrieden gibt, sondern sieht sogar die, die erst noch kommen werden.“

„Der Heilige Geist hat das Wort aus dem Schoß des Vaters ergriffen und in Maria eingesetzt.“

„Ich sehe diesen Geist der Reinheit, wie er vom Vater bewegt, mit unbewegtem Bewegungen herabsteigt und mit Heftigkeit in Maria eindringt.“

Bearbeitet nach dem Buch von Bruno Secondina, O.Carm.:
Santa Maria Maddalena de’ Pazzi. Erfahrung und Lehre. Rom 1974, S. 330–342