Die Auferstehung Christi ist unsere Auferstehung.

Aufgezeichnet aus der Ekstase der heiligen Maria Magdalena de’ Pazzi.

Unser Leben ist mit Jesus Christus verbunden. An Ostern hören wir die Worte des heiligen Paulus. „Wenn ihr mit Christus auferstanden seid, so sucht das, was oben ist. Ihr seid ja schon tot und euer Leben ist mit Christus verborgen in Gott. Wenn Christus, unser Leben, offenbar wird, dann werdet auch ihr mit ihm in Herrlichkeit offenbar werden“ (Kol 3,1–4). Das ist das osterliche Geheimnis. Alle Gnaden empfangen wir mit ihm und durch ihn.

Besonders in ihren Ekstasen erlebte dies die Karmelitin der heiligen Maria Magdalena de’ Pazzi. Bei den Worten des Psalms: „Du hast deinem Diener, o Herr, Gutes getan, nach deinem Wort“ (Ps 118, 65), sah sie, dass Gott durch sein Wort, seinen Sohn, großes Wohl getan hat. Dies hatte er durch die Patriarchen und heiligen des Alten Testaments verheißen. Die Heilige fährt fort: „Aber besonders zeigte sich seine große Güte, als er das ewige Wort sandte, um Fleisch zu werden zur Erlösung der Schöpfung. Es schien mir, dass der ewige Vater das Geschöpf auf eine gewisse Weise mehr liebte als seinen eigenen Sohn, als er ihn so großen Qualen und Leiden aussetzte, nur damit er uns zu solch großer Herrlichkeit erheben könnte, dass wir durch Gnade zu einem zweiten Gott werden könnten. Ich sage durch Teilnahme, denn die göttliche Natur kann nur Gott selbst haben.“ (Schriften I, 114, am 5. Juni 1584).

Unser Preis ist jetzt nach dem Fall in die Sünde und unserer Erlösung durch das Leiden und den Tod Jesu Christi größer, als wenn die Menschheit nicht gesündigt hätte. So spricht der Vater zu ihr am 9. Mai 1585: „Mein Sohn (das Wort) hat am Kreuz meine Liebe vollendet, aus der ich euch Ruhm geben wollte, ehe mein Sohn starb und der erste Mensch sündigte. Ich wollte euch Ruhm geben, aber auf andere Weise. Selbst wenn Adam nicht gesündigt hätte, hätte ich euch in den Himmel geführt, ja, und das Wort wäre Fleisch geworden, aber es wäre nur verherrlicht und nicht siegreich gewesen. Und der Ruhm, den ich euch gegeben hätte, wäre zum Teil von euch, weil ihr nicht gesündigt hättet, auch wenn ich euch mit freiem Willen erschaffen habe. Und so unterschiedlich wäre der Ruhm, den ich euch gegeben hätte, von dem, den ich euch jetzt gebe, wie sich das Geschöpf von mir unterscheidet. Wie groß ist, Tochter, der Ruhm, den ich euch gebe!“ Die Heilige erwiderte: „Ewiger Vater, jetzt kann ich sagen: Glückliche Schuld, die uns solch einen Ruhm gibt! Und das Wort konnte sagen: Es ist vollbracht“ (III, 227).

Ebenso spricht der Vater zu ihr am Fest der Herabkunft des Heiligen Geistes am 9. Juni 1585 und fügt hinzu: „Ihr hättet (ohne den Fall) Ruhm und das Genuss des Schauens meines Göttlichen zusammen mit den anderen Gnaden, die zu diesem Ruhm gehören, jedoch hättet ihr nicht so großen Ruhm und mit solchem Wissen, wie ihr ihn hättet haben sollen, nachdem das Wort sein Blut vergossen und eure Seelen mehr geschmückt hat als zuvor und sie fähiger gemacht hat, sich mit mir zu verbinden, und mich bewegt hat, euch eine größere Liebe zu zeigen, damit ihr mich besser sehen und mehr genießen könntet.“ (IV, 86). Lasst uns in der österlichen Zeit den auferstandenen Herrn Jesus im Heiligen Geist mit der Jungfrau Maria bitten:

Herr Jesus Christus, liebster Vater,
ich bitte dich um jene Freude,
die deine geliebte Mutter hatte,
als du dich ihr offenbarte
in jener heiligen Osternacht,
und für ihre Freude,
als sie dich im göttlichen Glanz sah,
erleuchte mich mit den Gaben des Heiligen Geistes,
damit ich in der Lage bin, deinen Willen
an allen Tagen meines Lebens zu tun.
Denn du lebst und regierst
mit Gott dem Vater
in der Einheit des Heiligen Geistes
in alle Ewigkeit.
Amen.

Übersetzt von: P. Metoděj Minařík O.Carm.