„Mein ist der Himmel und mein ist die Erde…“

Johannes vom Kreuz

Nichts wirst du mir nehmen, mein Gott, von dem, was du mir schon einmal in deinem eingeborenen Sohn Jesus Christus geschenkt hast. In ihm hast du mir alles gegeben, wonach ich mich sehne. Darum werde ich mich freuen, wenn ich auf dich warte und du kommst.

Aber – warum zögerlich warten, wenn ich Gott doch an dem Ort in meinem Herzen lieben kann?

Mir gehört der Himmel und mir gehört die Erde, die Menschen sind meine, die Guten gehören mir und die Bösen gehören mir, die Engel sind meine, meine ist die Mutter Gottes, alles, was hier ist, gehört mir; ja, Gott selbst ist mein und lebt für mich, denn Christus ist mein und ist ganz für mich da. Was willst du also, was suchst du hier noch, meine Seele? Deins ist alles und alles ist für dich.

Denk nicht, dass du so unbedeutend bist, und lebe nicht von den Krümeln, die vom Tisch deines Vaters fallen.

Richte dich auf und sei wunderbar in deiner Herrlichkeit, lebe darin und freue dich daran –
und der Wunsch deines Herzens wird erfüllt werden.

(aus: „Gebete eines Liebenden“, Karmelimpulse, 4, IV, 4, 1994)

Übersetzt von Dr. Vojtěch Pola.