Teuerste Brüder, hört meine Worte über eine sehr wichtige Sache: Stillt den Durst eures Geistes mit Wasser aus der göttlichen Quelle, aber löscht ihn nicht! Trinkt, aber so, dass ihr immer noch Geschmack habt. Der lebendige Brunnen ruft uns bereits zu sich, die Quelle des Lebens mit den Worten: „Wenn jemand Durst hat, komme zu mir und trinke!“ (…) Aus ihm trinkt derjenige, der liebt; trinkt derjenige, der sich mit Gottes Wort sättigt. Wer viel liebt, hat großes Verlangen. Trinkt derjenige, der vor Liebe zur Weisheit brennt.
Seht, woher dieser Brunnen springt. Sicherlich von hier, wo auch das Brot hinabsteigt. Denn dasselbe ist Brot und Brunnen. Dieser Brunnen gehört den Durstigen, nicht den Satten. Und deshalb ruft er die Hungrigen zu sich – die er an anderer Stelle als selig erklärt hat –, die immer trinken und nie genug haben, aber je mehr sie trinken, desto durstiger werden sie.
(Kolumban von Bobbio /540–615/, Instructio de Christo fonte vitae)