In gewissem Sinne kann man sagen, dass in jedem Beruf allmählich das doppelte „folge mir“ erklingt: das anfängliche, das durch eine gewisse Dringlichkeit und Großzügigkeit gekennzeichnet ist, und das zweite, das wir in Stunden der Niedergeschlagenheit, Schwierigkeiten und Prüfungen hören. Der heilige Petrus erkannte beide diese „folge mir“. Und sein Leben zeigt uns, dass er es nicht aufgab, selbst in der Zeit, als es für ihn äußerst schwierig war, Christus zu folgen – nachdem er Christus verleugnete. Sein Versagen war im Gegenteil eine Gelegenheit zur neuen Reife, als er sich erneut entschloss, Jesus bis zum Ende in Liebe zu folgen.
Wir sehen dies nach der Auferstehung Christi in Galiläa, als der Herr ihm die grundlegende Frage stellt: Liebst du mich mehr als alles andere? Mehr als deine eigenen Gefühle, dein eigenes Glück? Und aus Petrus‘ Mund ertönt das schönste Liebesbekenntnis, ein Schrei der Liebe, der aus einem Herzen strömt, das das Leiden erfahren hat: „Herr, du weißt alles, du weißt auch, dass ich dich liebe.“ Und da sagt Jesus ihm zum zweiten Mal: „ Folge mir.“
So erscheint auch in unserem Leben das zweite „folge mir“, das in der Stunde der Prüfung kommt. Auch wenn es nicht so aussieht, hindern uns diese Momente niemals daran, in Liebe und Treue zu bleiben, ganz im Gegenteil: Tatsächlich sind sie Gelegenheiten zum Reifen, um tiefer auf Jesus' Aufforderung „folge mir“ zu antworten.
(Mary David Totah, OSB /1957–2017/, Freude an Gott)