Grundsätzlich richtig ist nur das: sein Leben Gott zu weihen, wie Er es will, und nicht so, wie wir es möchten. Er gibt uns das Verlangen nach Einsamkeit und Stille – und genau diese Einsamkeit und Stille werden uns verweigert. Ist das etwa ein grausames Spiel mit uns? Oder sind die äußeren Umstände unseres Lebens nicht so, wie Er es möchte?
Nein, nein! Auch wenn unser Verlangen nicht so erfüllt wird, wie wir es uns in Fülle wünschen, ist es nicht umsonst. Es schützt unser Handeln vor Tätigkeit um der Tätigkeit willen. Es gibt unserem Handeln die richtige Richtung und inneren Rechtfertigung. Es verhindert, dass unsere Arbeit nur ein mechanisches Erfüllen von Pflichten wird, und macht sie zu einem wichtigen Mittel, sich Christus zu übergeben, damit Er in uns und durch uns handelt, wie es Ihm gefällt, und nicht, wie es uns gefällt. Wehe den aktiven Menschen, die bei allem, was das Leben mit sich bringt, nicht diese schöne Unruhe in sich haben, die in der Seele das Verlangen nach Stille und Einsamkeit weckt.
(P. Albert Peyriguere /1883–1959/, Brief an eine Ordensschwester, 8. Juni 1939)