Sich Seinem Willen hingeben

Teuerste Mutter, gestern nachmittags sind wir in Regensburg angekommen und hatten auf dem Weg mit vielen Schwierigkeiten und Unannehmlichkeiten aufgrund der ständigen Regenfälle und Überschwemmungen und anderen Dingen zu kämpfen, die unter solchen Umständen gewöhnlich geschehen. Es ist nichts, was der Erwähnung wert wäre – wenn es Gott gefällt, mein Leiden anzunehmen, dann erscheinen mir diese Dinge als vollkommen nichts im Vergleich zu meiner Einsamkeit, in der ich versuche, mich so gut wie möglich hinzugeben. Denn als unser Herr in diese Welt kam, um aus Liebe zu mir den Willen seines Vaters zu tun, habe ich umso mehr Grund, mich seinem Willen hinzugeben. Eure Dignität, teure Mutter, hört nicht auf, mich eifrig der göttlichen Majestät anzuvertrauen, damit sie mir die Gnade gewährt, wahrhaftig die Entscheidung zu treffen, das Leiden mit Demut zu ertragen, denn, teure Mutter, es bedarf großer Hilfe, um sich mit ganzem Herzen für so etwas zu entscheiden.

(Br. Simon von St. Paulus OCD, Brief an die ehrwürdige Mutter Elekta /1605–1663/, 5. Juli 1647)