Buße und Gesundheit

In der Originalausgabe des Buches „Spiritualer Realismus von Therese von Lisieux“ hat P. Victor Sion zwei Nachträge: Die Novizenmeisterin und Buße und Gesundheit. Sie enthalten viele weise Ratschläge und sind im Geiste der Heiligen verfasst, weshalb wir sie in unserem „Karmel“ verkürzt veröffentlichen werden. Zunächst in dieser Fastenzeit ein Artikel über Buße, später vielleicht auch ein Artikel für die Novizenmeisterin, Lehrerin und Erzieherin der Novizinnen, auch wenn er mehr für Personen geeignet ist, die im Kloster leben, denn wir wenden uns an diejenigen, die den Wunsch haben, die karmelitische Spiritualität kennenzulernen.

Die Entsagung nimmt einen sehr wichtigen Platz im Leben und der Lehre der Heiligen Therese ein. Sie betrachtete sie jedoch als Bedingung für die Liebe. Sie wollte die Natur nicht zerstören, sondern sie der Gnade zugänglicher machen:

Therese lehrt uns, alles von innen zu betrachten. Auf eine so aktuelle und besorgte Frage wie die Gesundheit der Novizinnen muss von diesem Standpunkt aus geschaut werden, denn davon hängt die Zukunft des Ordenslebens ab.

Heute haben junge Menschen oft wenig Gesundheit, körperliche Kräfte und nervliche Widerstandsfähigkeit. Sie wissen das und gestehen es mehr oder weniger ein. Das Problem ist, dass sie trotz alledem nach einem reinen, entbehrungsreichen und wirklich harten Leben streben.

Die Novizenmeisterin hat die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass alle Lebensbedingungen, physische wie moralische, die Stabilisierung der Gesundheit unterstützen und dann mithilfe eines kompetenten Autors klar zu erklären, worin die wahre Gesundheit besteht, warum wir sie erstreben sollten und wie durch richtig verstandene Entsagung versuchen können, uns zu verbessern oder zu bewahren.

1. Gesundheit und ihr Verlust

Einige Novizinnen denken, dass sich ganz Gott zu schenken bedeutet, mit ihrer Gesundheit zu spielen, sich unvernünftig allen Widrigkeiten und Ansteckungen auszusetzen, die richtige Maßhaltung in Essen und Schlaf zu missachten. Dies ist eine unbedachte Großzügigkeit, die besonders für Anfänger charakteristisch ist und die oft schnell vergeht. Die Novizenmeisterin muss ihnen zeigen, dass sie sich auf diese Weise schnell die Gesundheit ruiniert, in Depressionen und Anämie fallen würden, was viel Pflege und Dispensen erfordern würde, die dem ordensgeist schaden.

Manchmal gibt es auch solche Novizinnen, insbesondere in kontemplativen Orden, die nur versprechen wollen, um dann zu liegen, zu leiden und zu sterben.

Doch der Tod überrascht nicht so schnell und eine dauerhafte Krankheit trägt oft nicht zur Heiligkeit der Seele bei, die sich nicht in den Tugenden üben konnte, solange sie gesund war. So kommt es, dass sie bedauert, in den Orden eingetreten zu sein, oder zumindest den Sinn ihrer Berufung nicht mehr versteht.

Andere hingegen sind zu sehr mit ihrer Gesundheit beschäftigt, haben Angst vor allem, was der Natur widerspricht, aus Angst, krank zu werden, versuchen sich nicht wirklich zu überwinden und vergessen, was mit Hilfe der Gnade möglich ist. Bei ihnen scheint es, dass sie in den Orden eingetreten sind, wie die Heilige Teresa von Avila im Weg zur Vollkommenheit im 11. Kapitel sagt, nur mit dem Bemühen, nicht zu sterben.

Es ist nötig, zu vermeiden, wenn möglich, dass sie früher oder später auf diese Abwege gelangen oder diese zu korrigieren, wenn sie bereits bestehen. Die Novizenmeisterin muss hier klare und übernatürliche Regeln geben.

1. Gesundheit, wie das Leben, ist ein Geschenk Gottes. Sie darf daher nicht aufs Spiel gesetzt werden, man darf auch um sie bitten, mit vollkommener Hingabe in die Hände Gottes.

2. Gesundheit beruht auf dem Gleichgewicht, der Harmonie zwischen Körper und Geist. Wenn diese Übereinstimmung nicht existiert oder nicht verwirklicht werden kann, geht die Gesundheit verloren. Es kann jedoch viele Indispositionen geben, die die Gesundheit nicht tatsächlich zerstören und Gelegenheiten zu täglichen Opfern bieten, die umso verdienstvoller sind, als nur Gott davon weiß. Diese Harmonie können – auf höherer Ebene – diejenigen erreichen, die von Krankheit oder Gebrechen betroffen sind. Es ist eine schmerzhafte Harmonie, aber so reich an Liebe!

3. Die Ordensschwester sollte nicht nach Gesundheit zum eigenen Vorteil und für ein Leben ohne Leiden streben, sondern um tapfer ihr Ordensleben zu bewahren, der Gemeinschaft zu dienen und sich ihren kontemplativen oder apostolischen Aufgaben zu widmen. In allem sollte sie das Erfüllen des göttlichen Willens wünschen.

4. Die Gesundheit der Ordensschwester liegt nicht in ihren Händen. Sie ist Gottes Verfügung anvertraut und liegt in der Verantwortung ihrer Vorgesetzten. Sie muss ihnen mitteilen, was sie tun kann, auf gestellte Fragen antworten und dann den gefassten Entscheidungen folgen.

Die Verantwortung für die Gesundheit der Novizinnen liegt praktisch während der Noviziatszeit bei der Novizenmeisterin.

2. Bedingungen für die Gesundheit

Die Novizenmeisterin muss darauf achten – und das ist heute sehr wichtig –, dass sie ein Umfeld für die Novizinnen schafft, das die Harmonie zwischen Körper und Seele ermöglicht. Ständige Zurechtweisungen, zu passive und blinde Gehorsamkeit, Überarbeitung und daraus resultierende innere Zerrissenheit sowie übermäßiges Streben der Novizinnen, sich schnell an die Gesetze und Bräuche des Instituts zu gewöhnen, sind oft die Ursachen für viele nervliche Depressionen, Anämie, verschiedene Aufregungen und das Verlassen des Ordens „aus gesundheitlichen Gründen”.

Im Allgemeinen benötigen Novizinnen heute längere Zeit zur Anpassung, da der Unterschied zwischen dem Leben, das sie zuvor führten und dem Ordensleben größer ist als bei früheren Generationen. Es ist besser, die Folgen dieses psychischen Schocks zu vermeiden, als sie durch unnötige und vorzeitige Anforderungen zu erschweren. Es wäre vielleicht ausreichend, die Postulatzeit oder das Noviziat zu verlängern, damit junge Menschen den tiefen Sinn verschiedener Dinge und das Wirken der Gnade verstehen können.

Die Novizenmeisterin sollte sich nach Möglichkeit darum bemühen, Nervosität bei Novizinnen zu vermeiden. Sie sollte ihnen die notwendige Ruhe gönnen. Ärzte geben an, dass besonders Schlafmangel die häufigste Ursache für Depressionen ist. Für zwanzigjährige Frauen fordern sie in unserer übernervösen Gesellschaft acht Stunden Schlaf.

Auch die Ernährung erfordert Aufmerksamkeit. Einige Naturen können am Morgen ohne Essen nicht auskommen. Für alle sollte die Ernährung einfach, aber dennoch reich und vielfältig sein.

Eine Atmosphäre gesunder Vertrautheit, freudiger Freundschaft, hoher Lebensansichten und das Einfließen des wahren Geistes sind wesentliche Elemente der Gesundheit, da sie die innere Entwicklung fördern.

Die Novizenmeisterin sollte sorgfältig darauf achten, dass sie nicht zur Barriere zwischen den Seelen und Gott wird. Sie sollte unnötige Gespräche und Kindereien vermeiden, aber Freude, Offenheit und Licht verbreiten, und sie sollte lehren, sich Gott zuzuwenden. Ihre Konferenzen sollten sorgfältig vorbereitet und lebendig sein. Wenn Novizinnen über ihr Gebet sprechen, sollte dies sehr kurz sein; es ist nicht nötig, sich zu sehr auf sich selbst zu konzentrieren oder zu analysieren. Es kommt schließlich nicht jeden Tag etwas Neues. Sie sollten sich nicht an zu langen Gebeten gewöhnen, insbesondere wenn sie zur Routine werden. Sie sollte ihnen geeignete Lektüre gemäß ihrer Intelligenz und Ausbildung empfehlen.

Gleichzeitig sollte sie den Novizinnen äußeren Frieden, Ausgewogenheit, den Wechsel von geistiger Arbeit mit körperlicher, z. B. der Arbeit im Garten, verschaffen. Sport ist ebenfalls gut. Es ermüdet nicht so wie die Arbeit selbst, sondern die Hektik und die Anspannung darin. Eine heikle, aber notwendige Angelegenheit ist es, Freiräume zu finden. Es ist heute schwer, dass dies auf Kosten der Arbeit oder des Schlafes geschieht, aber vielleicht könnte eine Stunde Einsamkeit in der Freizeit auch in kontemplativen Orden eingespart werden, denn selbst dort ist es bei den Vorschriften des Stillschweigens tagsüber manchmal nötig, zu sprechen. Ein Sonntag, der von vielen kleinen Verpflichtungen entlastet ist, ist dann ein Ruhetag, ein Tag geistiger Konzentration und das Sammeln neuer Kräfte, der wahre Tag des Herrn.

3. Buße und Gesundheit

Es geht darum, das Gleichgewicht zwischen der notwendigen Pflege der Gesundheit und dem Praktizieren von Buße zu finden. Das müssen die Novizinnen selbst anstreben, und die Novizenmeisterin muss ihnen dabei helfen. Junge Schwestern möchten oft größere Buße tun, mehr zurückhaltende Taten vollbringen, als von ihnen verlangt wird, als Gott von ihnen verlangt, und die über ihre Kräfte hinausgehen. Diese Großzügigkeit kann genutzt und geleitet werden. Sie sollten von äußeren Dingen zu inneren, von dem, was für sie unmöglich ist, zu dem, was möglich ist, geleitet werden.

Es gibt eine innere Selbstüberwindung, die jederzeit und unter den kleinsten Umständen geleistet werden kann, die tiefer, wesentlicher und verdienstvoller ist als gewisse große körperliche Opfer. Die großen körperlichen Opfer haben jedoch ihren Erlöswert. Die Leben der Heiligen, auch der „menschlichsten“, bezeugen dies. Die asketischen Praktiken, die die Kirche in ihrer Tradition genehmigt hat, zu leugnen, wäre gegen die Weisheit, und noch mehr gegen das Kreuz Christi. In uns wirkt das Geheimnis Jesu, sein Tod und sein Leben, sein Leiden und seine Auferstehung (Phil 3,10-11).

Es ist notwendig, zwei Ebenen zu unterscheiden, die sich gegenseitig durchdringen:

Die grundlegende Gesundheit, sowohl physische als auch moralische, ohne die es gewöhnlich illusorisch wäre, auf eine vollständige christliche Entwicklung zu hoffen, deren Erlangung zu einer echten Askese werden kann. (Vgl. Lk 14,28)

Die freiwillige Teilnahme am Leiden Christi. Dies ist ein unermessliches Feld, dessen Grenzen nur Gott kennt. „Ich ergänze an meinem Körper, was an den Leiden Christi noch fehlt“ (Kol 1,24).

Die führende Schwester sollte hier dem Geist folgen und um Rat fragen. Die Novizenmeisterin benötigt viel Takt, sollte den Geist nicht löschen, die Seelen gut kennen und gesunden Urteilsvermögen haben.

Wenn wir von innerer Strenge sprechen, meinen wir nicht nur Entsagung, Abkapselung des Herzens, das Abtöten der Selbstliebe, auch wenn all dies äußerst wichtig ist, sondern genauer den Stand der Seele, die versucht, alles zu Gott zu erheben. Nach Therese schleicht sich in die äußeren Werke der Buße oft mehr Natur als Tugend ein. Wahrhaftige Entsagung findet sich zum Beispiel im genauen Halten des Schweigens, das unnötige Gespräche nicht zulässt, in der Abgeschiedenheit, die den kleinsten neugierigen Blick vermeidet, in der Vermeidung irdischer Vergnügen und in der Abkehr von flüchtigen Eindrücken. Junge Schwestern sollten lernen, den Körper in vielen kleinen Dingen zu entbehren, die gleichzeitig die Grundlage der Seele abtöten. Wir nehmen das Kreuz auf, um Jesus zu folgen. Das Tragen des Kreuzes ist nur ein Mittel, um dies zu erreichen.

Wahre innere Disziplin in Kleinigkeiten ohne Aufdringlichkeit und Selbstgefälligkeit erfordert große Stärke des Charakters, ein flexibles Wollen, eine Seele, die bereits weit fortgeschritten in der Liebe ist. Das genaue Einhalten aller Riten im Chorgebet oder im Essraum, sich bücken, aufstehen, aufrecht stehen oder sofort mit dem Studium nach dem bestimmten Zeichen beginnen, all diese bescheidenen Loyalitäten, all diese ständigen Unterbrechungen beweisen gewöhnlich, dass die Schwester aufmerksam auf Gott ist, ihm hingegeben, dass sie keinen Platz für Launen oder ihren eigenen Willen lässt.

In diesen Dingen ist ohne Zweifel die Hauptinspiration und die Liebe, die ihnen gegeben wird; dennoch wird die Novizenmeisterin häufig gezwungen sein, den Novizinnen die direktere geistigere Sichtweise der Entsagung in Erinnerung zu rufen, denn sie tendieren dazu, nur ihre äußerliche Hülle zu sehen.

Wer kann sagen, wie viel Kraft sogar der festen Wille dem Körper geben kann, die echte Kontrolle der inneren Energien? Entsagung dient daher dazu, die Seele zu befreien, nicht sie für sich selbst zu fesseln, sie nicht zu ersticken, indem sie den Körper unfähig macht, ihr zu dienen. Es wäre ein Irrtum, wenn es den Geist bindet, sich immer mit seinem „Esel“ zu beschäftigen, ihn zu quälen. Auch das bedeutet, sich um ihn zu kümmern! Wahre Buße muss darauf abzielen, dass der Körper keine Ansprüche auf viele natürliche Befriedigungen erhebt, die er mag, oder bedauert, dass die Seele nur seinen Ruf vernimmt. Man weiß aus Erfahrung, dass übermäßiges Leiden oder sogar körperliche Erschöpfung das Gebet und die Aufmerksamkeit für Gott unmöglich machen.

Die jungen Schwestern werden das verstehen. Daher wird die Novizenmeisterin sie erziehen, ohne sich zu beschweren, harmlose Unannehmlichkeiten des Winters, der Hitze, kleiner Lebensunbequemlichkeiten zu ertragen. Damit sie nicht alles wahrnehmen, was der Natur widerspricht, damit sie nicht um erträgliche Kopfschmerzen oder Zahnschmerzen klagen, damit sie nicht sofort auf einen Kleidungswechsel bei Wechsel der Jahreszeiten reagieren. Der Körper gewöhnt sich so leichter an alles und damit wird den beiden Extremen vorgebeugt: übermäßiger Nachgiebigkeit oder unvernünftigen Aussetzungen.

Sie wird sie auffordern, darauf zu achten, dass sie sich nicht von Selbstliebe leiten lassen, die sie anregt, schwerere Arbeiten und Anstrengungen zu möchten, als sie fähig sind, oder sich nicht zu überanstrengen. Träge und egoistische werden angestachelt, alles auf andere zu schieben. Alle wird sie zeigen, wie leicht es für jede ist, sich dem zu widmen, was ihre Kräfte nicht übersteigt, was ihr unangenehm ist, worauf andere keine Lust haben, z. B. den schlimmsten Platz beim Waschen, wie die Heilige Teresa.

Schließlich wird sie darauf bestehen, dass sie sich schon von Anfang an daran gewöhnen, alles zu essen, was auf den Tisch kommt, dass sie in der Mensa wie überall sonst dienen, dass sie sich nicht auf ihren Geschmack und Widerstand stützen, dass sie auch in der Mensa die Verbindung zu Gott halten, wie es die Heilige Teresa von sich erzählt. Die Novizenmeisterin wird darauf bestehen, dass ihre Novizinnen sich nichts, außer in notwendigen Fällen, außerhalb der vorgesehenen Mahlzeiten nehmen. Denn diese Erleichterungen werden schnell zur Notwendigkeit, an die sich der Magen gewöhnt und die er verlangt, während die Schwestern bei Tisch immer klagen, dass sie keinen Hunger haben. Diese Unregelmäßigkeiten sind schädlich, sowohl für die Seele als auch für den Körper.

Abschließend möchten wir noch auf eine Sache hinweisen. Die Novizenmeisterin sollte darauf achten, dass ihre Schwestern sich nicht der Abneigung und Traurigkeit hingeben, die aus inneren Nöten, Erniedrigungen oder auch aus verschiedenen Emotionen (Rührung) entstehen. Es sind Novizinnen zu sehen, die nicht schlafen, nicht essen, wenn die Zeit ihres Gelübdes oder ihrer Profess näher rückt, wenn sie geprüft werden, oder auch wenn sie die kleinste Widrigkeit erleben. Unter diesen Umständen ist es nötig, sehr energisch zu sein. Es kann auch nötig sein, die Novizinnen in die Mensa zu schicken, wenn sie sich der Trägheit oder unmäßigen Traurigkeit hingeben.

Von ihren Novizinnen wird sie verlangen, dass sie sich beherrschen und unterordnen, dass sie sich in allem und für alles selbst vergessen. Mit dieser Festigkeit wird sie sehr zur Ausgeglichenheit ihrer Temperamente beitragen, denn so verstandene und gelebte Entsagung schadet nicht der Gesundheit, sondern stabilisiert und festigt sie.

Dies hindert jedoch die Novizenmeisterin nicht daran, aufmerksam auf den Verlust von Geschmack oder Schlaf zu achten, wenn er wirklich scheinen sollte und länger anhält, denn auch das weist auf einen Zustand abnormer Müdigkeit hin und kann ein Vorzeichen einer ernsthaften Krankheit sein. Es ist besser, lieber früher als später zum Arzt zu gehen. Andererseits ist es oft nötig, seine Besorgnis zu verbergen, die Novizinnen nicht sofort mit ihren kleinen Beschwerden kommen zu lassen, möglichst zwischen denen zu unterscheiden, die bis an ihre Grenzen ohne Klagen gehen und denen, die ihre kleinsten Schwierigkeiten übertreiben.

Wenn die Novizenmeisterin möchte, dass aus ihren Novizinnen, gesunden oder kranken, wahre Ordensschwestern werden, energisch und enthaltsam, wird sie sich bemühen, sie in eine männliche Atmosphäre einzuführen und in ihr tapfere Seelen zu schaffen, die sich nichts vorenthalten und nichts abweisen, weil sie glauben, dass alles von Gott kommt und sie in allem Gelegenheiten finden, ihre Natur zugunsten des Geistes zu zügeln und damit auch ihrer Gesundheit.

Dieser geheime Kampf der Seele, die sich bemüht, sich ganz bis zu ihren Sinnen nur für Gott zu bewahren, über das hinauszukommen, was nicht Er ist, gibt weniger Raum für Selbstliebe als ein äußeres Leben, das arm und hart ist, auch schwer, und mit dem man sich rühmen kann.

Am Ende ihres Lebens erzählte die Heilige Teresa ihrer Schwester Agnes, wie sie zu Beginn ihres Lebens im Kloster außergewöhnliche Bußwerke tat, z. B. sich Asche ins Essen streute usw., aber bald darauf wurde sie krank. Außerdem las sie das Leben des seligen Suza, der durch schreckliche Bußübungen seine Gesundheit ruinierte, wie ihm ein Engel erschien und ihm sagte, dass er bis dahin wie ein einfacher Soldat gekämpft habe, aber von nun an will er ihn zum Ritter erheben. Und die Heilige fuhr fort: „Das deutete dem Heiligen an, dass der geistliche Kampf über die Abtötung des Körpers hinausgeht. Nun, Gott wollte nicht, dass ich ein einfacher Soldat sei, ich wurde sofort zum Ritter geschlagen und begann den Kampf gegen mich selbst im geistlichen Bereich, mit Selbstverleugnung und kleinen verborgenen Opfern. In diesem geheimen Kampf, in dem die Natur keinen Platz hat, fand ich Frieden und Demut.“

Der Weg, den Teresa eingeschlagen hat, ist sicher und weise.

Übersetzt von P. Methodius Minařík O.Carm.