Schießgebete im Nachlass der ehrwürdigen Maria Elekta und in der Tradition der Kirche

P. Michael Špaček

Unter den schriftlichen Materialien aus dem Nachlass der ersten Priorin der barfüßigen Karmelitinnen in Prag, Mutter Elekta (+ 1663), wurden Sätze gefunden, die möglicherweise von ihr selbst verfasst wurden. Bisher wurden sie nie veröffentlicht, und so bieten wir hier zumindest eine illustrative Auswahl an. Sie stammen meist aus der Schrift, einige auch aus der Tradition der Kirche (z. B. 2b, 13b, 14, 27, 28, 40 usw.). Sie sollten den Schwestern als kurze begleitende Gebete („Aspirationen“) dienen, bei allem, was sie von der morgendlichen Erwachung bis zum Abend tun. Auf den ersten Blick beeindrucken sie durch ihre Angemessenheit und die Schönheit des geistlichen Reichtums, den sie durch ihre tiefere Einsicht selbst in die einfachsten Dinge wie das Ankleiden, das Heruntergehen von Treppen oder das Waschen der Hände eröffnen.

Welche Bedeutung haben solche Gebete in der Tradition der Kirche? Aufgrund ihrer Kürze zählen wir sie sicherlich zu den sogenannten starren Gebeten. Sie bestehen in der Bewegung des Herzens und des Verstandes in Richtung Gott. Sie wollen sozusagen wie ein Pfeil das Herz Gottes treffen und klopfen oft wie an die Pforte der göttlichen Güte. Es handelt sich um kurze Formeln, die aus der Heiligen Schrift stammen oder von ihr inspiriert sind, die in einem Zustand von Freude, Gutem, Frieden oder Schmerz und Leiden ausgesprochen werden und die wir sowohl bei Heiligen als auch bei vielen anderen „gewöhnlichen“ Christen finden.

Sie dienen dazu, das Bewusstsein der göttlichen Gegenwart zu beleben, stärken die Verbindung mit Gott und verknüpfen unser Handeln mit dem Willen Gottes im gegenwärtigen Moment. Es sind also Gebete, die mit den täglichen Beschäftigungen in Einklang gebracht werden können, ohne dass dadurch die Arbeit unterbrochen werden muss.

Ihre Anfänge finden wir in der frühen Kirchenzeit. St. Augustinus schreibt im Brief an Probatius (130,20) über die ägyptischen Einsiedler: „Sie beten häufig, aber kurz, als würden sie schnell geworfen.“ Damit drückt er die Dynamik des Gebets aus, das mit dem Herzen oder dem Willen in die Höhe zu Gott „geworfen“ wird in Form von Seufzern, kurzen Anrufungen. Stilles Gebet wird deshalb auch als „Seufzer“ (aspiratio) bezeichnet, um das kurze und dauerhafte Gebet wie den Atem zu beschreiben. Der Benediktiner P. A. Baker (+ 1641) schreibt, dass „diese Seufzer kurze, lebendige Bewegungen der Seele sind, um den Durst, das Verlangen nach Gott auszudrücken“. Er gibt einige Beispiele an: „Mein Gott, du allein genügt mir!“, „Möge ich nichts sein und du alles, mein Gott!“, oder noch kürzer: „Oh Liebe!“, „Unendliches Gut!“.

Ein anderer Autor, der Theatin L. Scupoli (+ 1610), behauptet: „Es ist auch üblich, vollkommen zu beten, indem man in der Gegenwart Gottes bleibt und ohne etwas anderes zu sagen, ab und zu seinen Blick und sein Herz zu Gott erhebt, die Ihn lieben wollen. Möge der kurze und leidenschaftliche Wunsch dir helfen, Ihn rein zu lieben, Ihn zu verehren und Ihm zu dienen“ (Der geistliche Kampf, 2,14). Ein hervorragendes Beispiel ist auch der Ausbruch des Entzückens des Heiligen Franziskus von Assisi: „Mein Gott und mein Alles!“ Auf diesem Weg geht auch das berühmte „Herzgebet“, das auf die alte hesychastische Tradition des Ostens zurückgeht und vor allem durch das Werk Erzählung eines russischen Pilgers bekannt geworden ist.

Eine ähnliche Praxis finden wir auch in verschiedenen nicht-christlichen Religionen. Sie ist von einem offensichtlichen Verlangen begleitet, dass der Name Gottes von den Lippen in den Verstand und das Herz übergeht, was drei große geistliche Zentren sind, die wir auch mit dem kleinen Kreuz bezeichnen, wenn wir uns während der heiligen Messe vor dem Evangelium segnen.

Wir können daher zusammenfassen, dass die starren Gebete die Seele auf die Verbindung mit Gott vorbereiten und sie auch dorthin führen. So äußern sich St. Franziskus von Sales (Einführung in das fromme Leben II,13), Teresa von Avila (Burg der Seele, Kammer 7,2) und St. Johannes vom Kreuz (Flamme, Strophe 4). Es handelt sich also nicht nur um fromme Übungen, sondern um einen tatsächlichen Zugang zur Vollkommenheit und zur mystischen Erfahrung.1

Aus den Sätzen von M. Elekta können wir als Beispiel folgende anführen:

67a. Herr, ich will dich mit ganzem Herzen loben, ich will von all deinen wunderbaren Taten erzählen.
(Ps 9,2)
68b. Ich liebe dich, mein Herr, mehr als mich selbst und über alles!
(vgl. Dtn 6,5)
69b. Hab Erbarmen mit mir, Gott, um deiner großen Barmherzigkeit willen!
(Ps 50,3)
69c. Zu spät habe ich dich geliebt, so alte und so neue Schönheit!
(St. Augustinus, Bekenntnisse)
63. in Schwierigkeiten: Sieh auf mein Elend und meine Not, vergib mir all meine Sünden!
(Ps 24,18)
71i. Zu dir fliehe ich, Herr, damit ich nicht ewig beschämt werde!
(Ps 30,2)
74e. in Gefahren: Der Herr ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten?
(Ps 26,1)
109. Ich lasse dich nicht, Herr, bis du mich segnest!
(1Mos 32,26)
114i. Du bist mein Schutz und mein Schild, ich vertraue deinem Wort.
(Ps 118,114)

Einige Sätze von M. Elekta (Nr. 76-90) sind hingegen einer anderen Art. Sie sind als Beistand oder Bitte in Versuchungen gedacht. Bereits St. Paulus ermahnt: „Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr den List des Teufels widerstehen könnt. Nehmt das Schwert des Geistes, das ist das Wort Gottes“ (Ef 6,11.17). Die Aussagen der Schrift haben große Wirksamkeit im Kampf gegen den Teufel. Auch Jesus wehrte dreimal die Versuchungen Satans mit ihnen ab (Mt 4,3ff). Bereits in der Antike rezitierten Mönche tagsüber und besonders nachts Psalmen; sie waren für sie eine wirksame Waffe gegen den Fürst der Finsternis. Evagrius sammelte im 4. Jahrhundert 487 biblische Aussagen, die als Verteidigung gegen die acht Hauptbereiche der Versuchung geeignet waren (die wir in unserer westlichen Tradition in etwas abgewandelter Form als „sieben Hauptsünden“ kennen). Zu einem solchen Gebet ermuntert der Abt Albert in Kapitel 14 der Regel die Einsiedler auf dem Karmel.

Da es jedoch schwierig war, zahlreiche biblische Zitate zu behalten – insbesondere für Mönche, die nicht lesen konnten – suchte man nach etwas, das als universelle Waffe dienen könnte. Diese wurde das Anrufen Jesu, das „der Stock ist, um alle Dämonen zu vertreiben“, gemäß den Worten des St. Paulus: „Im Namen Jesu müssen jedes Knie beugen, im Himmel und auf Erden und unter der Erde“ (Phil 2,10).

Die Sätze Nr. 76–90 auf der Liste von M. Elekta knüpfen an diese alte Tradition an. Sie gehören zur Ausrüstung gegen Versuchungen, sei es als Wort Gottes zu uns oder als unser Anruf an den Herrn um Hilfe:

76a. Sei mir, Herr, mein Gott, Zuflucht, eine feste Burg gegen den Feind!
(Ps 60,4)
76c. Steh uns, Herr, zur Hilfe und erlöse uns um deines Namens willen!
(Ps 43,26)
78b. in Momenten der Traurigkeit: Warum betrübst du dich, meine Seele, und warum stöhnst du in mir? Hoffe auf Gott, denn ich werde ihn wieder loben!
(Ps 42,5)
79. gegen die Versuchung zur eitlen Ruhm: Nicht uns, Herr, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre!
(Ps 113,1)
80. gegen das Verlangen nach weltlichen Ehren und den Dingen dieser Welt:
a. Neige mein Herz zu deinen Geboten, nicht jedoch zu ungerechtem Gewinn!
(Ps 118,36)
b. Wende meine Augen ab, damit sie nicht die Eitelkeit sehen, gib mir Leben auf deinem Weg!
(Ps 118,37)
83. gegen die Sinnenhaftigkeit: Schaffe mir, Gott, ein reines Herz und erneuere in mir den Geist der Standhaftigkeit!
(Ps 50,12)
86. gegen Müdigkeit und Ekel: Erhebe mich gemäß deinem Wort, belebe mich auf deinem Weg!
(Ps 118,28.37)
89. gegen das Völlerei: Nicht allein von Brot lebt der Mensch, sondern von jedem Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht!
(Mt 4,4)

Der Großteil der Sätze von M. Elekta ist jedoch als Begleitung verschiedener Handlungen des Tages gedacht:

3. beim Anblick des Tageslichts: [Er hat uns besucht,] um denen, die in der Dunkelheit und im Schatten des Todes leben, Licht zu bringen und unsere Schritte auf den Weg des Friedens zu lenken.
(Lk 1,79)
7. beim Ankleiden des Habits: Möge mich der Herr in den neuen Menschen kleiden, der nach Gott geschaffen ist, wahrhaftig gerecht und heilig.
(Ef 4,24)
8. beim Umgürten: Solange du jünger warst, hast du dich selbst gegürtet und bist gegangen, wohin du wolltest. Doch wenn du alt wirst, wird dich ein anderer gürten.
(Joh 21,18)
11. beim Verlassen der Zelle: Der Bräutigam ist hier! Geht ihm entgegen!
(Mt 25,6)
13b. bei jedem Gebrauch von geweihtem Wasser: Reinige mein Herz und meine Lippen, allmächtiger Gott!
18b. vor dem inneren Gebet: Ich werde zu meinem Herrn sprechen, obwohl ich Staub und Asche bin.
(1Mos 18,27)
19c. nach dem Ende: Gott, festige, was du in uns vollbracht hast!
(Ps 67,29)
22a. bei jedem Verlassen des Hauses: Auf den Straßen und Plätzen werde ich den suchen, den ich so sehr liebe.
(Hohelied 3,2)
23b. beim Hochsteigen von Treppen: Ich gehe zu meinem Vater und eurem Vater.
(Joh 20,17)
30a. beim Verlassen der Zelle: Zeige mir deine Wege, Herr, und lehre mich auf deinen Pfaden.
(Ps 24,4)
31. vor der heiligen Messe: Ich werde zum Altar Gottes treten, zu Gott, der mich mit Freude erfüllt.
(Ps 42,4)
35c. nach der Kommunion: Mein Geliebter gehört mir und ich ihm.
(Hohelied 2,16)
36b. zur Arbeit: Ich bin schon müde vom Rufen, mein Hals ist heiser; meine Augen sind schwach, während ich auf meinen Gott warte.
(Ps 68,4)
37a. zum Schreiben: Im Buch ist von mir geschrieben, dass ich deinen Willen zu tun habe. Mein Gott, das will ich und dein Gesetz in die Tiefe meines Herzens aufbewahren.
(Ps 39,8-9)
37c. zum Schreiben: Du hast mich in deine Handflächen eingegraben, Herr, mit deinem Blut.
(Jes 49,16)
38a. zum Waschen der Hände: Wasche mich ganz von meiner Schuld!
(Ps 50,4)
39. vor dem Essen: Mein Speise ist, den Willen des Vaters, der im Himmel ist, zu tun.
(vgl. Joh 4,34)
48. bei jeder Tätigkeit: Unsere Hilfe kommt im Namen des Herrn, der den Himmel und die Erde gemacht hat. (Ps 123,8)
Alles zur Ehre Gottes!
62. nach der geistlichen Lesung: Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten.
(Joh 14,15)
94c. beim Anblick des Wassers: Bei dir ist die Quelle des Lebens, in deinem Licht sehen wir das Licht.
(Ps 35,10)
96j. beim Bewundern des Himmels: Wie lieblich ist deine Wohnung, Herr der Heerscharen! Meine Seele sehnt sich, ja verlangt nach den Höfen des Herrn.
(Ps 83,2-3)

Diese Sätze erinnern uns auch an die alten jüdischen Gebete berakot, die einen untrennbaren Bestandteil des persönlichen und liturgischen Lebens der Juden darstellen. Auch sie sind ein Echo biblischer Aussagen. Sie durchdringen alle Handlungen und Ereignisse des Tages und sind auch die Bausteine jeder Liturgie.

Bereits die Handlungen des morgendlichen Aufstehens werden von einer Reihe kurzer berakot begleitet, z. B.:
– beim Öffnen der Augen: Gesegnet seist du, Herr, unser Gott, König der Welt, der Blinde sehenden macht,
– beim Betreten des Bodens: ...der die Erde über den Wassern ausbreitete,
– beim Gehen: ...der die Schritte des Menschen lenkt,
– beim Bedecken des Kopfes: ...der Israel mit Ruhm krönt.

Berakot werden auch bei verschiedenen Ereignissen ausgesprochen, z. B.:
– beim Anblick eines Blitzes, bei einem Erdbeben, Donner: Gesegnet, dessen Kraft und Macht die Welt erfüllt,
– beim Anblick eines Regenbogens: ...der des Bundes gedenkt, treu ist seinem Bund und sein Wort erfüllen wird,
– bei guten Nachrichten: ...der du gut bist und Gutes tust,
– bei schlechten Nachrichten: ...der du gerechter Richter bist.

Diese berakot wachsen aus dem Bewusstsein, dass unser Leben mit allem, was es bringt, ein Dienst an dem lebendigen Gott ist, der im Schöpfung und in seiner Geschichte gegenwärtig ist.2 Und umgekehrt führen sie den Menschen zu diesem Bewusstsein zurück. Die sichtbare Welt um uns und unser alltägliches Handeln darin können nämlich die göttliche Gegenwart stark verdecken. Diese Gebete hingegen bewirken, dass alles, auch das Gewöhnlichste, zur Erinnerung an Gott und seine Sorge um uns wird.

Im Mittelalter und in der Barockzeit waren daher Bücher beliebt, die die „Symbole der Welt“ erklärten. In ihnen lesen wir, dass beispielsweise die Taube das kontemplative Leben erinnert, das Gras das Vergängliche des Lebens, der Adler hingegen den Aufstieg zu Gott usw. Dies wurde oft auch mit einem Vers der Heiligen Schrift belegt, z. B. „Ich werde wie die Taube meditieren“ (Jer 38,14). Diese Symbolik basierte auf dem Gesetz der Assoziation. Wenn wir zwei Vorstellungen zusammenbringen, dann wird beim einen immer auch das andere in Erinnerung gerufen. So erinnerte der bloße Anblick einer Taube den Menschen an die Notwendigkeit zu meditieren, und beim Mähen des Grases konnte man dem Gedanken an den Tod und das Ziel des Lebens nicht entkommen.

Der Woronesh-Bischof Tichon Zadonsky (+ 1783), in der russischen Kirche als Heiliger verehrt, schrieb ein Werk Der geistliche Schatz, gesammelt in der Natur. Er ahmt hier das ältere Werk des anglikanischen Bischofs Hall nach, der fast wörtlich aus katholischen mittelalterlichen Autoren schöpfte. Es sind kurze Meditationen, die uns beim Anblick der Dinge, die wir täglich vor Augen haben, in den Sinn kommen können. Dem, der sich daran gewöhnt, wird der Umgang mit der Außenwelt zu einer ständigen geistlichen Lesung.

St. Katharina von Siena „übersetzte“ alles, was sie sah, in eine geistliche Sprache. Das „Übersetzen“ verwenden wir tatsächlich, um uns eine fremde Sprache verständlich zu machen. Wenn die Sünde und bösen Neigungen die Sprache der Welt zu einem fremden Klang machen, dann überträgt das geistliche Verständnis sie in die Muttersprache.3

Wenn Kontemplation bedeutet, die tieferen, spirituellen Wirklichkeiten zu sehen, die göttliche Gegenwart und Botschaft, dann sind die oben genannten Gebete eine Verbindung des Sichtbaren mit dem Unsichtbaren. Sie sind ein Fenster, das zur Kontemplation führt.

Ähnlich sollten auch die Gebete oder besser gesagt die biblischen Zitate wirken, die im Westen und Osten jeder Handlung des Ankleidens von Priestern und Diakonen vor der heiligen Liturgie begleiten.

Kann ein solches Gebet, das bereits eine so lange Geschichte hat, für den heutigen Menschen nützlich sein? Pater T. Špidlík sagt dazu:

Wer mit gutem Vorsatz arbeitet, betet. Doch auch wenn wir die Arbeit mit den besten Absichten beginnen, mischen sich nach und nach andere, fremde Motive ein, ohne dass wir es merken. Auch St. Bernard bemerkte dies, als er begeistert predigte. Er begann gut, geleitet von Eifer. Doch mitten in seinem Eifer stellte er fest, wie sehr er sich freute, dass die Menschen ihn bewunderten. Es schien ihm, dass er nicht mehr zur Ehre Gottes predigte.

Es ist wie mit dem Pfeil, der in die Ferne zielt, aber bald durch sein Gewicht zu Boden fällt. Auch unser guter Vorsatz vergeht, es ist nötig, ihn zu erneuern, ihm neuen Schwung zu geben. Dafür sind starre Gebete sehr geeignet. Diese kurzen Ausrufe haben den Vorteil, dass sie direkt in Lebenssituationen passen und deshalb sehr aufrichtig sind. Da sie so kurz sind, müssen wir nicht gegen Ablenkungen und Müdigkeit kämpfen. „Ein kurzes Gebet ist ein großer Schatz“, sagten die Väter. Alte Mönche verwendeten am liebsten Verse aus den Psalmen. Sie konnten sie meist auswendig. Einer von ihnen wurde berühmt. Vor jeder Arbeit, Reise, Entscheidung segneten sich die Mönche und sagten den Vers aus Psalm 69,2: „Herr, eile mir zu helfen!“ So beginnen bis heute die Stunden des Breviers.

Ein kurzes stares Gebet, das häufig wiederholt wird, dringt durch einen geheimnisvollen psychologischen Prozess in unsere Mentalität ein, wird gewissermaßen Teil unseres Selbst, verwandelt uns, gibt unserem Leben Richtung. Leere Slogans und Werbung, die häufig wiederholt werden, berauben den Menschen oft und bringen ihn manchmal sogar von einer ruhigen Überlegung ab. Dringt durch denselben psychologischen Prozess die wahrhaftige übernatürliche Wahrheit zu uns, so bereichert und entfaltet sie unser inneres Leben. Ein solches kurzes Gebet verwandelt sich dann wirklich in einen großen Schatz.4