Zwischen unserem Beruf und der Entwicklung der Persönlichkeit besteht kein Widerspruch. Manchmal – besonders in Momenten, in denen wir den Mut verlieren – verführt uns der Gedanke, dass wir zwischen unserem Glück und dem Willen Gottes wählen müssen, dass der Wille Gottes erfordert, dass wir unser Glück opfern. Doch der Ruhm Gottes und die Entwicklung unserer Persönlichkeit sind vollkommen untrennbar. (…) Wenn uns Gott geschaffen hat und zu seinem Ruhm berufen hat, kann es keinen wirklichen Widerspruch zwischen unserem Beruf und dessen Erfüllung geben, zwischen dem Willen Gottes, dem Plan Gottes mit uns und unseren Interessen. (…) Der Ruhm Gottes, so sagt der heilige Irenäus, ist „der lebendige Mensch“, also der Mensch, der von Gott lebt. Der Heilige ist der Mensch, der wirklich lebendig ist. Origenes sagte dazu: „Die Heiligen sind lebendig und die Lebenden sind heilig.“ Heiligkeit bedeutet Leben in seiner Fülle.
Das bedeutet jedoch, dass der Ruhm Gottes unter anderem durch die Entfaltung aller Möglichkeiten verwirklicht wird, die Gott in unsere Herzen gelegt hat. Der Ruhm Gottes und unsere Erfüllung sind somit untrennbar.
(Mary David Totah, OSB /1957–2017/, Freude an Gott)