Spirituelle Aufstiege (Teil 5)

Miriam – Kleine Araberin

Miriam musste nicht unbedingt an die Weihnachtsszene mit dem Ochsen und dem Esel bei der Krippe Jesu denken. Auch andere Tiere sind wunderbar und eine Aufforderung, den Herrn zu loben.28. Lied der Liebe. Venite adoremus... (Kommt, lasst uns anbeten ...)

Auf die Liebe, auf meine Liebe!
Kommt, Könige der Erde,
kommt, lasst uns ihm huldigen.1

Ich singe von der Größe,
von der Macht unseres Schöpfers:
kommt, lasst uns ihm huldigen.

Weil wir das Werk seiner Hände sind,
den Preis seines Blutes:
kommt, lasst uns ihm huldigen.

Es gibt keinen Gott, der ihm ähnlich ist:
kommt, lasst uns ihm huldigen.

Hört nicht auf bei dem, was zur Erde gehört,
denn das alles ist nichts:
kommt, lasst uns ihm huldigen.

Kommt alle, die ihr auf der Erde seid:
haltet nicht an bei dem, was zur Erde gehört,
denn alles ist Eitelkeit
und vergeht in einem Augenblick:
kommt, lasst uns ihm huldigen.

Wir sind nur Pilger
und Fremde auf dieser Erde:
kommt, lasst uns ihm huldigen.

Er ist unser König, er ist unser Vater:
kommt, lasst uns ihm huldigen.

Er hat alles auf der Erde geschaffen:
kommt, lasst uns ihm huldigen.

Lasst uns ihm zu Füßen fallen,
lasst uns ihm unsere Herzen schenken:
kommt, lasst uns ihm huldigen.

Kommt, ihn zu loben und zu preisen;
lasst uns mit Herz und Mund sagen:
Es gibt keinen Gott, der dir ähnlich ist.
Kommt, lasst uns ihm huldigen.

Lasst uns der Dreifaltigkeit huldigen, dem einen Gott,
o unbegreifliches Geheimnis!
Kommt, lasst uns ihm huldigen.

O! Drei Unermessliche, die den Einen erschaffen!
O, die Macht!
Kommt, lasst uns ihm huldigen.

Weil dein Zorn schrecklich ist:
kommt, lasst uns ihm huldigen.
Die wilden Tiere und Bestien zittern vor ihm;
sein Zorn erschüttert die Erde.
Die Bösen, kommt, lasst uns ihm huldigen.

Seine Güte ist väterlich
zu denen, die ihn suchen:
kommt, lasst uns ihm huldigen.

Seine Güte, seine Barmherzigkeit
gehört den Gerechten:
kommt, lasst uns ihm huldigen.

Die ganze Erde, die Tiere2
freuen sich in tiefem Respekt:
kommt, lasst uns ihm huldigen.

29. Sterben bedeutet, sich sehr zu freuen. – Ich möchte nicht sterben, mein Gott! Sterben bedeutet, sich sehr zu freuen ...

30. Ein Fisch ohne Wasser. – Ich bin wie ein kleines Fischchen ohne Wasser, das seinen Mund öffnet und schließt, keine andere Erleichterung hat. Ich bin auch so; ich habe auf dieser Erde keine andere Erleichterung als sehnlich nach der Heimat zu seufzen. Ach, wehe, wann kommt der Tag? Warum vergeht hier auf der Welt alles wie ein Blitz, wie Feldblumen? Alles ist bitter, alles auf dieser Erde ist für meine Seele wie Gift. Die Erde verdunkelt sich in meinen Augen! Wann werden wir ihn ohne Ende sehen?

31. Dich, Gott des Lichtes, betrachten. –

Wenn ich dich, Gott des Lichtes, betrachte,
wird es für immer sein, damit es niemals endet!

Ach! Wenn meine Seele ihre Speise empfängt,
füllen sich meine Freude, mein Glück.

Wenn ich dich sehe, wird es für immer sein,
wird es für immer sein, damit es niemals endet!

Wenn ich dieses unfreundliche Land verlasse,
fallen meine Ketten für immer ab:
ich werde Gott sehen!

Und wenn ich erfahre,
dass meine Ketten gebrochen sind,
werde ich zu meinem Geliebten fliegen, rennen:
o Dunkelheiten, täuscht mich nicht!

Ich sehe ihn, den Geliebten:
haltet mich nicht auf, dass ich fliege.

Das Brot, das ich genieße, die Quelle, aus der ich trinke,
ist für immer, bis in alle Ewigkeit!

32. Den Himmel für meinen Bruder vorbereiten. – Morgen werde ich mich freuen. In der Erwartung dieses Morgens, an dem ich bei dir sein werde, mein Gott, werde ich in Liebe mit meinem Bruder sein, als ob es auf der Welt nichts anderes gäbe, als heute bei ihm zu sein. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um die Tugenden zu üben... Wo die Liebe ist, da ist wirklich Gott. Wenn ihr darüber nachdenkt, wie ihr eurem Bruder Gutes tun könnt, wird Gott an euch denken. Wenn ihr ein Grab für euren Bruder gräbt, werdet ihr selbst hineinfallen; es wird für euch sein. Aber wenn ihr den Himmel für euren Bruder vorbereitet, wird er für euch sein. Merkt euch das gut ...

33. Anderen die Fehler vergeben. – Lämmer, Mutter Teresa empfiehlt euch, beständig in der Liebe zu praktizieren. Diese Tugend ist so schön, so süß! Schaut niemals auf die Fehler oder Mängel der Schwestern. Nehmt das, was am schwierigsten und mühsamsten ist, auf euch, um ihnen zu helfen. Denkt immer gut über die anderen; entschuldigt sie. Wenn ihr seht, dass eine Schwester Öl verschüttet hat, denkt daran, dass sie in Gott eingetaucht ist, und nehmt dann einen Lappen, um den Fleck abzuwischen...

34. Die Wunden des Nächsten heilen. – Anstatt zu versuchen, die Wunde wieder zu öffnen, indem man Essig eingießt, soll man sich vielmehr bemühen, sie mit Öl der Liebe zu heilen und seine Fehler mit größerer Liebe und Treue zum Herrn wieder gut zu machen.

35. Für sich selbst Galle, für andere Honig. – Mache, Herr, dass die Herzen aller meiner Schwestern und Brüder deine sind. Nimm sie alle an und schütze sie, und dass zwischen ihnen kein Groll herrscht. Möge jeder für sich selbst Galle sparen und den anderen Honig geben. Ich bitte dich so sehr dafür, Herr!

Aus dem Italienischen übersetzt von P. Jindřich Zdík Charouz, O.Praem.
Fortsetzung in der nächsten Ausgabe


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