Mystische Verbindung mit Maria (10. Teil)

XVI. Ich werde bereits zu einem anderen Leben in Gott und der liebevollen Mutter unterrichtet, nicht auf eine angenehme, erfahrbare, fühlbare und sinnliche Weise, wie ich oben gesagt habe, sondern es ist ein Leben, das in der Festigkeit des Glaubens, in der Armut des Geistes besteht, ganz stark, tapfer und beständig in der Übung aller vollendeten Tugenden, ohne dass es ständig Unterstützung und Aufrechterhaltung durch angenehme Einflüsse sinnlicher Gnaden, zärtlicher Liebe usw. benötigt.

Es ist, als ob mir gesagt wurde: Freundin, erhebe dich über den Sinn, über die sinnliche Erfahrung, über das Erleben und über alle Vorstellungen, denn Gott steht über allen Vorstellungen; schwing dich über all das, ohne fühlbare Vorwegnahme von Gnaden und strebe danach, das wesentliche Leben in Gott und in der liebewürdigen Mutter zu erreichen. Nun, es scheint, ich verstehe und erkenne, dass alles andere nur kindliche Spiele sind, nach denen der Geist sich nicht einmal umdrehen möchte. Denn durch dieses so geistliche Licht über das, was besser ist, wurde er so weise, dass er, so scheint es, aus Liebe zu dem armen, entblößten, verlassenen und einsamen Leben stirbt und sich so großzügig, edel, stark und tapfer fühlt, dass er alle Süße und alle sinnlichen Gnaden aufgeben möchte, wie ein Kind, das sich gern von den Brüsten entwöhnen lässt, um sich an festere Kost zu gewöhnen. Ihm bleibt die höchste Gleichgültigkeit und vollkommene Hingabe an alles, was dem Geliebten und der liebevollen Mutter gefällt, ohne irgendetwas auszuwählen oder zu wünschen, und so bewahrt er besser den vollkommene Frieden, ruhig und unbeweglich in Gott.